Dienstag, 9. September 2008

Stille

Jetzt liege ich schon gefühlte Ewigkeiten hier.. auf einem Boden aus Stein an einem mir unbekannten Ort.. wie ein zweidimensionales ding was das dreidimensionale nie verstehen wird..
Alles um mich herum ist kühl und nass, aber ich spüre die Sehnsucht und die Hoffnung um die man mich bittet wenn man mir tief in die Augen schaut..
Zugegeben die Schemen sind nicht immer klar.. ein wunderschöner vergoldeter Löwe mit prachtvoller Mähne der weit über mir ragt und dem ich seit Anbeginn erblicken darf.. Er atmet Wasser aus seinem Mund, gleichmässig, konstant und durch nichts zu beirren.. es ist ein voller Stolz anmutendes Tier dessen Facetten sich genauso ändern wie die Jahreszeiten und der Glanz derer.
Seine Augen sind gross und funkeln schwarz..
Unzählige Momente erblicken wir uns nun schon und fühlen uns trotz der Wellen des Wassers die immer wieder den Blick verschwommen gedehnt erscheinen lassen verbundener als alles was wir erdenken können und was uns besuchen kommt..
Die Menschen die innehalten wenn sie uns erblicken.. und sich dann ganz weit überbeugen um mir schliesslich tief in die Augen zu blicken.
Die Augen sind der Spiegel der Seele aber ich habe lange gebraucht um darin des anderen Selbst zu sehen.. denn Seelen sprechen nicht immer dieselbe Sprache.
Sie verbindet aber das Erlebte, die Furcht und das Feuer welches aus ihnen schimmert wenn man mich um einen Wunsch bittet und als Dank ein paar Münzen mir als Obolus dalässt..
Liebe, Reichtum, Vertrauen.. Wünsche sind grenzenlos und unique.. und immer noch entscheide nur ich wessen ich erfülle..
Unzählige Dekaden sind seitdem vergangen als ich und der Löwe begannen und wir haben in Augen voll unbändiger Schönheit geblickt, von alter geprägte, unglaubliche Geschichten erzählende und doch immer einzigartige Augen, die wir trotzdem nur kurz zu Gesicht bekommen. Mal öfter.. mal sieht man sich nur ein einziges Mal in einem Leben..
Aber doch dieser kurze Augenblick, diese tiefe Spiegelung wenn sie einen anschauen, das offenlegen aller Emotionen, das ungeschminkte Innere..
All das reicht trotz der Trübung und der Wellen aus um zu wissen wessen Herz rein ist und wessen Welt so ehrlich das ich weiss welche Wünsche erfüllt werden und welche unerfüllt bleiben weil sie nur Blendwerk sind..
Ganz tief hier untern.. auf dem kalten nassen Boden von wo aus das Blickfeld sich nie ändern wird..
Das Gesicht aus dem Brunnen

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